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FEARDROP.

Meine Liebesgeschichte.

Ein Leben lang machte ich mich auf die Suche. Doch was suchte ich eigentlich? Das war mir lange Zeit nicht bewusst. Erst als ich die Worte einer guten Freundin zu hören bekam: „Deniz, du bist ständig auf der Suche. So wirst du niemals ankommen.“ Irgendwo hatte sie recht. Ich wusste nicht wohin mit mir. Ich wusste nicht, was ich wollte oder was ich zu tun hatte. Doch eine leise Stimme in mir, ein ganz sanftes Gefühl, gab mir immer wieder die Bestätigung, dass ich nicht aufhören durfte. Ich musste weitersuchen.

Urban Streetart in Berlin

Verlorene Seelen.

2017 bekam ich dann den Impuls, mir Berlin unter die Lupe zu nehmen. Berlin? Ist das nicht das Monopol für „verlorene Seelen“? Ein Ort für Menschen, die nicht wissen, was sie mit dem Leben anfangen sollten? Obwohl ich ein eher fragwürdiges Bild von der Hauptstadt hatte, folgte ich dem Impuls und ging auf meiner Solo-Reise durch Europa nach Berlin.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich all die Dinge, die ich in Berlin erlebt hatte, in diesem Beitrag zusammenfassen kann, denn es war keinesfalls ein touristischer Boxenstopp. Vor Ort versuchte ich das Sightseeing zu vermeiden und so weit wie möglich den Berliner Lifestyle zu leben. Aus diesem Grund entschied ich mich für das Couchsurfen (= bei Fremden auf dem Sofa schlafen) und entdeckte die Vielfalt in allen Teilen der Berliner Bezirke.

Pride.

Ich beschloss, auf dem CSD 2017 (Christopher Street Day; Pride) meinen Beitrag zu leisten und half, wo ich nur konnte. Unglaublich viele Menschen, die ich in so kurzer Zeit kennenlernen durfte. Berlin überrumpelte mich auf eine sympathische Art und Weise. Den Höhepunkt gab es dann, als ein Unwetter begann. Doch die regnerische Energie machte uns keinesfalls Angst – im Gegenteil – wir schmissen alle Regenschirme beiseite und tanzten im Regen zum Song „It’s Raining Men“ von The Weather Girls. Passender konnte ich Berlin nicht erleben: stürmisch, emotional, facettenreich und offen.

Liebe.

Vor Ort lernte ich einen Mann aus England kennen. Oliver sagte mir: „Da ist Berlin, und dann ist da noch der Rest von Deutschland. Nimm dir alle Zeit der Welt und genieße Berlin in vollen Zügen. Du wirst dich verlieben.“

Oliver, du hattest Recht. Ich verliebte mich. Ich verliebte mich in eine Stadt.

Friedrichshain Frankfurter Tor

Glück.

Am letzten Tag meines Berlin-Aufenthaltes saß ich im Bus nach Hamburg und öffnete einen chinesischen Glückskeks:

„DU WIRST EINEN ORT FINDEN, DER ALLE DEINE FRAGEN BEANTWORTET.“

Ich weinte. Denn ich wusste, dass dieser Ort Berlin war. Meine Weiterreise führte ich daher mit einen tränenden Auge fort. Monate und Jahre später machte ich immer wieder einen kurzen Halt in Berlin. Zudem führte ich eine Fernbeziehung und fing an, in Berlin Fuß zu fassen. 2019 kam dann die Entscheidung: Jetzt oder nie.

One way to Berlin.

Ich packte meinen Koffer und buchte mir ein One-Way-Ticket nach Berlin. Mit 4 Stunden Verspätung und einer Zug-Evakuierung kam ich dann in Berlin an. Voller Adrenalin und einem breiten Grinsen konnte mein neuer Lebensabschnitt beginnen.

Doch die Monate zuvor waren alles andere als leicht. Ich musste alles hinter mir lassen. Meine Freunde, meine Familie, mein altes Ich. Ich hatte Angst, innere Unruhe, ja sogar Panik vor dieser großen Veränderung. Monatelang musste ich weinen, doch ich wusste, dass dies meine Aufgabe war. Ich wusste, dass ich in Berlin zu sein hatte.

Die Entscheidung dort zu leben, veränderte mein ganzes Sein. Meine partnerschaftliche Beziehung brach zu Beginn meines Abenteuers auseinander, sodass ich zum ersten Mal auf mich allein gestellt war. Zum ersten Mal konnte ich mich selbst entdecken. Zum ersten Mal durfte ich all die Dinge umsetzen, die ich schon immer tun wollte. Zum ersten Mal.

„Für Liebe brauchen wir Mut. Liebe offenbart alles über dich; deine Wunden und deine Schatten. Wir haben es verlernt, uns auf dieses Abenteuer einzulassen. Wir werden mit jedem Tag mutloser, das Risiko der Liebe einzugehen.“

Bahar Yilmaz
Deniz Celebi in Berlin

FEARDROP.

FEARDROP ist die Kreation, die ich in Berlin geschaffen hatte. Eine Zusammensetzung aus den Begriffen „fear“ (engl. Angst) und „drop“ (engl. Tropfen bzw. fallenlassen). Denn ich hatte erstmals all meine Ängste in Berlin fallen gelassen. FEARDROP ist daher der Inbegriff für meine süß-charmante Melancholie. Für all das, was mich inspiriert und bewegt hatte.

Mein Künstlername drückt seither das Gefühl aus, die eigene Angst abzubauen und sie zu einer kraftvollen Energie umzuwandeln.

Cheers auf viele erste Male,
Deine Deniz.

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